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Lehrprojekt: Das Buchau-Projekt

Keeping the Memory Alive

Die Geschichte der Juden in Deutschland: ein sensibles Thema, das Übersetzer vor besondere praktische, theoretische und persönliche Herausforderungen stellt. Unter der Leitung von Dr. Robynne Flynn-Diez wurd im Masterstudiengang Übersetzung über drei Jahre Charlotte Mayenbergers historische Chronologie „Die Erinnerung darf nicht enden: Juden in Buchau“ aus dem Deutschen ins Englische übersetzt. Ein Unterfangen, das mit seinen 303 Seiten und seinem inhaltlichen Gewicht mit Fug und Recht als Mammutprojekt bezeichnet werden darf. Mayenbergers Werk enthält neben biografischen und chronologischen Informationen auch zahlreiche Berichte aus erster Hand, die dem Leser allgemein und dem deutschen Muttersprachler in der Rolle des Übersetzers insbesondere unter die Haut gehen. Das Übersetzen historischer Texte aus der eigenen Muttersprache bedeutet stets auch ein Auseinandersetzen mit der eigenen Geschichte. Doch wie erkennt man, dass sich die eigene Wahrnehmung und Identität verfälschend auf die Übersetzung auswirken kann? Wie beugt man dem vor? Wie schafft man es, sich emotional von den geschilderten Grausamkeiten des Dritten Reichs abzugrenzen, ohne die zum Übersetzen notwendige Verbindung zum Geschriebenen zu verlieren? Die Teilnehmer setzen sich intensiv mit dem Text und den damit einhergehenden Problemen auseinander und lernen im Zuge dessen, über eigene (unbewusste) Entscheidungen zu reflektieren.